Harnaaz Sandhu (21) ist Miss Universe 2021. Das Model aus Indien setzte sich bei der 70. Wahl zur schönsten Frau des Universums im israelischen Eilat gegen 80 weitere Schönheitsköniginnen durch. Sie erhielt die Krone von ihrer Vorgängerin Andrea Meza (27) aus Mexiko, die wegen der Corona-Pandemie nur sieben Monate amtierte.
Sandhu, die am 3. März 2000 geboren wurde, arbeitet als Model und Schauspielerin. Sie qualifizierte sich als Gewinnerin des nationalen Wettbewerbs Miss Diva 2021 für die Miss-Universe-Wahl. In Israel absolvierte sie drei Runden: Badeanzug, Abendkleid und ein Interview mit Moderator Steve Harvey (64). Im Interview beeindruckte sie die Jury mit ihrer Haltung zu Frauenrechten und sozialem Engagement.
Die Bedeutung des Sieges für Indien
Sandhu ist nach Sushmita Sen (1994) und Lara Dutta (2000) die dritte Inderin, die den Miss-Universe-Titel gewinnt. Indien hat eine starke Tradition bei internationalen Schönheitswettbewerben. Der erste große Erfolg war 1994, als Sen mit 18 Jahren die Krone holte. Duttas Sieg sechs Jahre später festigte Indiens Ruf in der Pageant-Welt. Sandhus Triumph zeigt die anhaltende Begeisterung für solche Wettbewerbe in Indien, wo jährlich Tausende junger Frauen an regionalen Ausscheidungen teilnehmen.
Hintergrund: Miss Universe 2021 und die Pandemie
Die 70. Miss-Universe-Wahl war ursprünglich für Ende 2020 geplant, musste aber wegen der globalen Pandemie auf 2021 verschoben werden. Die Veranstaltung fand im Dezember 2021 im israelischen Eilat statt – eine Premiere, da der Wettbewerb noch nie zuvor in Israel ausgetragen wurde. Die israelische Regierung unterstützte die Durchführung mit strengen Hygieneauflagen. Die Teilnehmerinnen kamen aus über 80 Ländern, darunter viele, die ebenfalls pandemiebedingte Verzögerungen erlebten.
Die Runden des Wettbewerbs umfassten die klassischen Kategorien: Badeanzug, Abendkleid und Interview. In der Interviewrunde wurde jede Finalistin nach ihrem Engagement gefragt. Sandhu sprach sich für die Stärkung von Frauen aus, besonders in ländlichen Regionen Indiens. Sie betonte die Bedeutung von Bildung und wirtschaftlicher Unabhängigkeit für Mädchen. Diese Botschaft kam bei der Jury gut an, die sie als stimmig und authentisch bewertete.
Harnaaz Sandhus Werdegang und Engagement
Harnaaz Sandhu stammt aus Chandigarh, einer Stadt im Norden Indiens. Sie begann ihre Modelkarriere bereits als Teenager und gewann mehrere regionale Titel. Neben dem Modeln studiert sie Psychologie (laut früheren Interviews). Ihr privates Interesse gilt Yoga, Tanzen, Kochen, Reiten und Schachspielen – eine ungewöhnliche Kombination, die sie als vielseitige Persönlichkeit zeigt. Besonders Schach hat sie von ihrem Vater gelernt, der ihr die strategische Denkweise vermittelte. Sandhu setzt sich aktiv für Frauenrechte ein. In ihrer Heimat arbeitet sie mit NGOs zusammen, um Aufklärung über Menstruationshygiene und Selbstverteidigung zu verbreiten. Als Miss Universe plant sie, diese Projekte auf globaler Ebene fortzuführen.
Die Finalistinnen und die Konkurrenz
Die Zweitplatzierte war Nadia Ferreira (22) aus Paraguay – ein Model mit portugiesischen und italienischen Wurzeln. Ferreira gewann zuvor Miss Paraguay 2021 und arbeitet als Influencerin. Die Drittplatzierte, Lalela Mswane (24), kam aus Südafrika. Sie ist Jurastudentin und Model – ihr Sieg bei Miss South Africa 2021 war in ihrem Heimatland umstritten, da einige den Wettbewerb als politisch motiviert kritisierten. Dennoch repräsentierte sie Südafrika mit Auszeichnung. Weitere Top-5-Finalistinnen waren Harnaaz Sandhu, Nadia Ferreira und Lalela Mswane (die genau Reihenfolge variiert je nach Quelle). Die Jury bestand aus früheren Miss-Universe-Gewinnerinnen und Medienpersönlichkeiten. Moderator Steve Harvey führte souverän durch die Show, die live in über 150 Länder übertragen wurde.
Historischer Kontext: Miss Universe und andere Pageants
Miss Universe ist einer der drei großen internationalen Schönheitswettbewerbe neben Miss World und Miss International. Seit der Gründung 1952 hat der Wettbewerb immer wieder für Schlagzeilen gesorgt – positive wie negative. In den letzten Jahren gab es Kritik an der Oberflächlichkeit, doch die Veranstalter betonen die soziale Komponente: Die Kandidatinnen sollen sich für wohltätige Zwecke einsetzen. Indien hat bei Miss Universe eine starke Bilanz. Vor Sandhu gewannen Sushmita Sen und Lara Dutta. Andere Inderinnen erreichten Platzierungen in den Top 5. Bei Miss World ist Indien sogar noch erfolgreicher mit sechs Siegen (zuletzt 2017 durch Manushi Chhillar). Diese Erfolge haben das Image indischer Frauen im globalen Kontext geprägt. Sandhus Sieg wird in Indien als nationaler Stolz gefeiert, obwohl in sozialen Medien auch Stimmen laut werden, die Schönheitswettbewerbe als veraltet ansehen.
Die Rolle der Medien und öffentlichen Wahrnehmung
Die Berichterstattung in deutschen Medien konzentrierte sich auf Sandhus Hintergrund und ihre Hobbys wie Schach. Viele übernahmen die offizielle Pressemitteilung von Miss Universe. In Indien hingegen war die Berichterstattung ausführlicher: Zeitungen und Fernsehsender widmeten dem Thema stundenlange Sendezeit. Sandhu selbst gab zahlreiche Interviews, in denen sie ihre Bescheidenheit betonte – sie wolle die Krone nutzen, um positive Veränderungen zu bewirken. Auf Instagram gewann sie innerhalb von Stunden Hunderttausende Follower hinzu. Die öffentliche Meinung ist gespalten: Während viele den Sieg als Erfolg der indischen Schönheitsindustrie sehen, kritisieren andere die Kommerzialisierung von Frauenkörpern. Sandhu begegnete diesen Kritiken mit dem Hinweis, dass Schönheitswettbewerbe eine Plattform für wichtige Botschaften böten.
Ausblick: Was die neue Miss Universe plant
Harnaaz Sandhu hat angekündigt, ihre einjährige Amtszeit für Aufklärungsarbeit zum Thema Frauengesundheit zu nutzen. Sie möchte besonders in Entwicklungsländern Projekte unterstützen, die Mädchen den Zugang zu Bildung ermöglichen. Zudem plant sie, die Bekanntheit für ihre Schach-Leidenschaft zu nutzen: In Zusammenarbeit mit Schachverbänden will sie Workshops für benachteiligte Kinder anbieten. Schach, so sagt sie, lehre Konzentration und Geduld – Fähigkeiten, die auch im Alltag wichtig seien. Ihre Vorgängerin Andrea Meza widmete sich dem Umweltschutz und der Tierrettung. Sandhu knüpft daran an, legt aber den Fokus auf Frauen. Ob sie nach ihrer Amtszeit weiter modeln wird, ist offen. Viele frühere Miss-Universe-Gewinnerinnen arbeiten als Moderatorinnen, Schauspielerinnen oder in karitativen Organisationen.
Insgesamt könnte Sandhus Sieg auch Auswirkungen auf die indische Unterhaltungsindustrie haben. Bollywood hat bereits Interesse signalisiert, sie für Filmrollen zu casten. Sandhu selbst schloss eine Schauspielkarriere nicht aus, betonte aber, dass soziale Arbeit Priorität habe. Die nächste Miss-Universe-Wahl findet voraussichtlich Ende 2022 statt; bis dahin wird Sandhu die Krone repräsentieren und ihre Mission verfolgen. Derzeit lebt sie abwechselnd in Indien und New York, wo Miss Universe ihren Hauptsitz hat.
Source: gala.de News