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Cillian Murphy wird 50: Fünf Fakten über den "Peaky Blinders"-Star

May 31, 2026  Twila Rosenbaum  8 views
Cillian Murphy wird 50: Fünf Fakten über den "Peaky Blinders"-Star

Ob als Gangsterboss Thomas Shelby in „Peaky Blinders“, als Batmans Gegenspieler Scarecrow oder als „Vater der Atombombe“ J. Robert Oppenheimer – Cillian Murphy hat in seiner Karriere in schier unzähligen komplexen Rollen brilliert. Der schmächtige Ire mit den eisblauen Augen und der markanten Stimme ist längst zu einem der gefragtesten Charakterdarsteller Hollywoods aufgestiegen. Am 25. Mai 2026 feiert er seinen 50. Geburtstag. Grund genug, einen genaueren Blick auf fünf weniger bekannte, aber umso faszinierendere Facetten seines Lebens und seiner Karriere zu werfen.

Der Traum von der Musikkarriere

Bevor Cillian Murphy die Leinwand eroberte, träumte er von einer ganz anderen Bühne. Der in Cork (Irland) aufgewachsene Schauspieler hegte schon als Teenager eine tiefe Leidenschaft für Musik. „Ich rede nicht gern über mich selbst, aber wenn es um Musik geht, bin ich glücklich“, gestand er 2023 der „Irish Times“. „Musik war meine erste Liebe. Ich hatte den Ehrgeiz, Musiker zu werden, lange bevor ich überhaupt daran dachte, Schauspieler zu werden.“ Gemeinsam mit seinem Bruder gründete er in den 1990er-Jahren die Band „The Sons of Mr. Green Genes“, benannt nach einem Song von Frank Zappa. Die Band spielte einen experimentellen Acid-Jazz-Sound und trat in kleinen Clubs auf. Als ihnen ein Plattenvertrag über fünf Alben angeboten wurde, lehnten die Murphys ab – hauptsächlich, weil der jüngere Bruder noch zur Schule ging und man das Risiko scheute. Etwa zur selben Zeit brach Cillian Murphy auch sein Jurastudium am University College Cork ab. Stattdessen entdeckte er durch eine Rolle im Theaterstück „Disco Pigs“ des irischen Dramatikers Enda Walsh seine Leidenschaft für die Schauspielerei. Das Stück wurde ein Erfolg und führte zu ersten Film- und Fernsehrollen. Jahre später kehrte Murphy zur Musik zurück und moderierte zeitweise eine eigene BBC-Musikradiosendung. Er komponiert und spielt bis heute zu Hause, doch wie er 2023 gegenüber „The Guardian“ betonte, wird man niemals offizielle Aufnahmen von ihm hören. „Das ist etwas sehr Privates“, erklärte er.

Wichtigste Zusammenarbeit: Die Nolan-Connection

Mit Filmen wie Danny Boyles „28 Days Later“ (2002), „Das Mädchen mit dem Perlenohrring“ und „Unterwegs nach Cold Mountain“ begann Murphys internationale Karriere. Der Durchbruch kam jedoch durch die Begegnung mit einem der einflussreichsten Regisseure der Gegenwart: Christopher Nolan. Anfang der 2000er-Jahre sprach Murphy für die Rolle des Bruce Wayne / Batman in „Batman Begins“ vor. Nolan erkannte schnell, dass der zierliche Ire nicht zum Superhelden taugte, perfekt aber für den Bösewicht Scarecrow („Vogelscheuche“). Diese Rolle legte den Grundstein für eine langjährige Zusammenarbeit. Murphy stand nicht nur in den Fortsetzungen „The Dark Knight“ und „The Dark Knight Rises“ für Nolan vor der Kamera, sondern auch in „Inception“ (als Erpresser), „Dunkirk“ (als nervöser Soldat) und natürlich in „Oppenheimer“ (als J. Robert Oppenheimer). Insgesamt sind es sechs gemeinsame Filme – eine der produktivsten Schauspieler-Regisseur-Beziehungen Hollywoods. Im „Guardian“-Interview bezeichnete Murphy diese Filme als „wichtige Meilensteine in meiner Karriere“ und beschrieb Nolan als „vielleicht den perfekten Regisseur“. Die Arbeit an „Oppenheimer“ führte 2024 zum Höhepunkt: Murphy gewann den Oscar als Bester Hauptdarsteller. In seiner Dankesrede hob er Nolans Vertrauen hervor: „Er hat mich in einer Nebenrolle gesehen und dann die Hauptrolle in einem dreistündigen Biopic über die Erfindung der Atombombe gegeben – das ist ein Ritterschlag.“

Seine Verwandlungen: Körper und Seele

Für seine Rollen gibt Murphy buchstäblich alles. Als er für die Rolle des Gangsterbosses Thomas Shelby in „Peaky Blinders“ vorsprach, zögerten die Produzenten zunächst wegen seiner zierlichen Statur. Murphy erinnert sich: „Ich bin ein dünner Ire. Ich hatte schon ein paar Mal Bösewichte gespielt, aber immer schmächtige, nerdige Typen, niemals körperlich fitte.“ Also begann er monatelang mit einem strengen Ernährungs- und Trainingsprogramm, um Muskelmasse aufzubauen. Hinzu kam die ikonische Frisur mit rasierten Seiten, eine tiefere Stimme und ein stolzer, breitbeiniger Gang, den Murphy scherzhaft „George-W.-Bush-Gang“ nannte. Seine eisblauen Augen taten ihr Übriges, um die bedrohliche Aura des Gangsterbosses zu unterstreichen. Nach jeder Staffel brauchte Murphy eine Entspannungsphase, um die Rolle wieder abzulegen. „Meine Frau merkte, wie es passiert: Tommy verschwindet allmählich, ich bekomme Cillian zurück“, erzählte er. Für „Oppenheimer“ tat er das Gegenteil und nahm drastisch ab, um den hageren, gequälten Physiker darzustellen. „Man fängt an, ein bisschen mit sich selbst zu konkurrieren, was nicht gesund ist. Ich rate davon ab“, warnte er im „Guardian“. Wie viele Kilos es waren, verriet er nicht – um nicht auf die reine Körperlichkeit reduziert zu werden. Apropos ungesunde Angewohnheiten: In beiden Rollen rauchte Murphy unzählige unechte Zigaretten (Kräuterzigaretten). „Meine nächste Rolle wird kein Raucher sein“, sagte er lachend. „Selbst Kräuterzigaretten haben mittlerweile Gesundheitswarnungen.“

Abseits des Hollywoodrummels: Der scheue Star

Murphy ist bekannt dafür, den typischen Hollywood-Lifestyle zu meiden. Er lebt mit seiner Frau, der Künstlerin Yvonne McGuinness, und den beiden gemeinsamen Söhnen (geboren 2005 und 2007) zurückgezogen in Dublin. Zu Promi-Partys oder Branchenevents sieht man ihn selten; stattdessen konzentriert er sich auf seine Arbeit und seine Familie. Besonders unangenehm sind ihm Talkshow-Auftritte. „Ich mache das, weil man vertraglich dazu verpflichtet ist“, gestand er dem „Guardian“. „Ich ertrage es einfach. Ich habe das schon immer als schwierig empfunden. Ich bin so glücklich, das zu tun, was ich liebe. Ich habe wirklich Glück. Aber die persönliche Seite des Schauspielerberufs macht mir keinen Spaß. Ich verstehe nicht, warum ich in einer Talkshow unterhaltsam und mitreißend sein soll. Ich weiß nicht, warum das plötzlich von mir erwartet wird.“ Diese Haltung hat ihm den Ruf eines extrem bodenständigen und bescheidenen Stars eingebracht. Er gibt nur selten Interviews und wenn, dann meist für Printmedien oder ausgewählte Podcasts. Auch soziale Medien sind für ihn tabu; er hat keine öffentlichen Profile auf Twitter, Instagram oder Facebook. Stattdessen verbringt er seine Freizeit mit Musik, Lesen und Spaziergängen in der irischen Natur.

Das Meme: „Disappointed Cillian Murphy“

Im Internet ist Cillian Murphy nicht nur für seine Schauspielkunst bekannt, sondern auch für seine unnachahmliche Mimik. Fotos und GIFs von roten Teppichen, Presseterminen und Interviews werden regelmäßig zu Memes verarbeitet. Das bekannteste ist wohl „Disappointed Cillian Murphy“: Darauf ist der Schauspieler mit einem leicht enttäuschten, fast traurigen Blick zu sehen, der mit ironischen Pointen unterlegt wird. Ob es um verregnete Urlaubstage, nicht eingehaltene Versprechen oder politische Enttäuschungen geht – das Bild findet auf zahllosen Social-Media-Kanälen Verwendung. Murphy selbst nimmt das Phänomen mit Humor. „Meine Familie zeigt mir gelegentlich neue Beispiele“, sagte er der „USA Today“. „Es ist sehr schwer, ihnen auszuweichen. Ich schätze, man muss sich davon geschmeichelt fühlen. Solange es amüsant ist, ist es wohl in Ordnung.“ Allerdings gibt er zu, dass er nicht alle Memes versteht – einige seien „sehr obskur“. Dennoch freut er sich, dass die Menschen eine positive Verbindung zu ihm haben, auch wenn sie ihn nur in Form eines lustigen Bildes kennen. Das Meme hat sogar dazu beigetragen, seine Popularität über die reine Schauspielbubble hinaus zu steigern – ein unerwarteter Nebeneffekt für einen, der die Öffentlichkeit eigentlich meidet.

Cillian Murphy bleibt mit 50 Jahren ein Phänomen: ein Charakterdarsteller, der sich nicht verbiegen lässt, der seine Kunst über den Ruhm stellt und der trotz seines Erfolgs bescheiden und menschlich geblieben ist. Seine Karriere ist geprägt von künstlerischer Integrität, intensiven Verwandlungen und der seltenen Fähigkeit, sowohl beim Mainstream-Publikum als auch in der Kritikerwelt gleichermaßen geschätzt zu werden. Die nächsten Projekte lassen bereits aufhorchen: Er soll in einer neuen Serie von der Autorin Sally Rooney mitspielen und plant ein weiteres Theaterstück mit Enda Walsh. Eines ist sicher: Die Leinwand wird auch in den kommenden Jahren von diesen eisblauen Augen und dieser unverwechselbaren Präsenz profitieren.


Source: gala.de News


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