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In Abwesenheit von Alcaraz – Zverevs Angriff auf Sinner in Paris

May 22, 2026  Twila Rosenbaum  7 views
In Abwesenheit von Alcaraz – Zverevs Angriff auf Sinner in Paris

Paris. Alexander Zverevs Chancen auf den ersten Grand-Slam-Titel seiner Karriere sind bei den French Open 2025 so gut wie nie zuvor. Mit der Absage von Titelverteidiger Carlos Alcaraz, der sich einer verletzungsbedingten Pause unterziehen muss, ist der Weg für den Deutschen ein Stück weit freier. Dennoch bleibt eine gewaltige Hürde: Jannik Sinner, der Italiener, der in den letzten Monaten eine atemberaubende Dominanz auf der ATP Tour gezeigt hat. Zverev, der dreimalige Grand-Slam-Finalist, steht vor der Herausforderung, den Weltranglistenersten zu stürzen, um endlich den ersehnten Major-Titel in den Händen zu halten.

Die Ausgangslage für Zverev ist vielversprechend. Ohne Alcaraz, der in den vergangenen zwei Jahren in Roland Garros triumphierte, rückt der Hamburger auf Position zwei der Setzliste vor. Das bedeutet, dass er bis zum Halbfinale potenziell schwächere Gegner vermeiden kann. Novak Djokovic, der Rekordchampion und langjährige Rivale, befindet sich nicht mehr auf dem Höhepunkt seiner Leistungsfähigkeit. Die Bedingungen in Paris, der langsame Sandplatz, liegen Zverev traditionell gut. Er erreichte 2024 das Finale, unterlag dort aber Alcaraz in einem packenden Fünfsatzmatch. Nun, ohne den Spanier, ist der Weg zum Titel etwas weniger steinig – zumindest auf dem Papier.

Der große Favorit: Jannik Sinner

Doch das ganz große Aber in dieser Gleichung heißt Jannik Sinner. Der Südtiroler hat sich in den letzten Jahren zu einer wahren Macht auf der ATP Tour entwickelt. Mit sechs aufeinanderfolgenden Titeln bei ATP-1000-Events hat er eine Serie hingelegt, die selbst die größten Legenden des Sports ins Staunen versetzt. Sinner gewann in Melbourne, Wimbledon und New York bereits drei Grand-Slam-Titel und fehlt nur noch die Trophäe aus Paris, um seine Sammlung zu komplettieren. Diese zusätzliche Motivation macht ihn noch gefährlicher. Zverev selbst weiß um die Stärke seines Kontrahenten. „Ich muss daran glauben, dass ich ihn schlagen kann“, sagte die deutsche Nummer eins vor dem Turnier. „Sonst können wir ihm den Pokal auch gleich überreichen, ohne das Turnier zu spielen.“

Die Bilanz zwischen den beiden spricht eine deutliche Sprache: Sinner hat die letzten sechs direkten Duelle gewonnen, darunter das Finale des Masters in Madrid im Mai 2025. In diesem Match zeigte der Italiener eine nahezu fehlerfreie Leistung und ließ Zverev kaum eine Chance. Der Deutsche haderte anschließend mit seiner eigenen Performance, betonte aber, dass er aus der Niederlage lernen werde. „Ich war nah dran, aber er war einfach besser. Das akzeptiere ich. Aber ich weiß, dass ich ihn schlagen kann, wenn ich mein bestes Tennis spiele“, sagte Zverev nach der Partie.

Die Konstanz der Saison 2025

Zverevs Saison 2025 war von bemerkenswerter Konstanz geprägt. Bei den Australian Open erreichte er das Halbfinale, wo er sich erst Sinner beugen musste. Auch bei den Masters-Turnieren in Indian Wells, Miami und Rom stand er mindestens im Viertelfinale. Diese Beständigkeit ist es, die Experten wie Mats Wilander zuversichtlich stimmen. „Das Fehlen von Alcaraz eröffnet Chancen – und Zverev ist einer der größten Profiteure“, sagte der dreimalige Paris-Sieger und Eurosport-Experte. „Wenn man sich immer wieder in diese Position bringt, kommt irgendwann der Tag. Zverev hat alle Werkzeuge, um in Paris zu gewinnen. Er muss nur den richtigen Moment finden.“

Die Frage, die viele Fans und Analysten beschäftigt, ist, ob Zverev das nötige Mindset eines Champions entwickelt hat. Seine drei Finalteilnahmen bei Grand Slams – US Open 2020, French Open 2024 und Australian Open 2025 – endeten alle mit Niederlagen. In New York fehlten ihm nur zwei Punkte zum Titel gegen Dominic Thiem. Diese schmerzhaften Erfahrungen können entweder lähmend wirken oder als Antrieb dienen. Zverev selbst sagt, dass er sich von den Niederlagen nicht unterkriegen lässt. „Jedes Finale hat mich stärker gemacht. Ich habe gelernt, mit Druck umzugehen. Ich bin jetzt 29 und reifer als je zuvor. Der Titel wird kommen, wenn ich bereit bin.“

Die deutschen Tennis-Fans hoffen, dass dieser Moment in Paris gekommen ist. Die Stimmung vor Ort ist positiv. Zverev absolvierte seine letzten Trainingseinheiten unbeschwert, plauderte mit Novak Djokovic und scherzte mit den Ballkindern. Diese Lockerheit könnte ein Schlüssel zum Erfolg sein. Denn allzu oft hat man Zverev in der Vergangenheit angespannt und verbissen erlebt, wenn es um die großen Titel ging. Dieses Mal scheint er einen anderen Weg zu gehen.

Die ersten Runden: Machbare Aufgaben

Auf dem Weg ins Finale wartet zunächst eine machbare Aufgabe. Zum Auftakt trifft Zverev auf den Franzosen Benjamin Bonzi, einen Qualifikanten, der in der Weltrangliste weit zurück liegt. Die Partie sollte eine klare Angelegenheit für den Deutschen sein. Danach könnten Gegner wie Daniel Altmaier oder Diego Schwartzman warten, die zwar durchaus gefährlich sind, aber gegen einen topgesetzten Spieler wie Zverev Außenseiter bleiben. Erst im Viertelfinale könnte es ernst werden, wenn etwa Hubert Hurkacz oder Andrey Rublev warten. Im Halbfinale wäre dann ein Aufeinandertreffen mit Novak Djokovic denkbar – eine Partie, die immer für Spannung sorgt.

Doch der große Showdown, die Generalprobe für den Titel, würde im Finale gegen Jannik Sinner stattfinden. Ein Duell, das die Tenniswelt bereits mit Spannung erwartet. Zverev weiß, worauf es ankommt: Aufschlag, Vorhand und vor allem die mentale Stärke. „Ich muss mein bestes Tennis von Anfang bis Ende abrufen. Gegen Sinner darf ich mir keine Schwächephase erlauben. Er bestraft jeden Fehler sofort“, analysierte Zverev die aktuelle Lage.

Die Rahmenbedingungen in Roland Garros sind ideal für Zverev. Der Sand ist langsamer als in Madrid oder Rom, was ihm Zeit gibt, seine kraftvollen Grundschläge zu platzieren. Zudem ist die Unterstützung des Publikums auf seiner Seite. Zverev ist in Frankreich beliebt, und viele Zuschauer würden gerne einen neuen Champion sehen. Alcaraz’ Abwesenheit hat die Tür geöffnet, doch Zverev muss hindurchgehen.

Historischer Kontext: Deutsche in Paris

Ein deutscher Sieg bei den French Open wäre etwas Besonderes. Der letzte Deutsche, der in Paris triumphierte, war Boris Becker im Jahr 1991. Steffi Graf gewann das Damen-Turnier 1999. Seitdem wartet das deutsche Tennis auf einen Champion an der Porte d’Auteuil. Zverev ist der erste deutsche Spieler seit Becker, der die Chance auf den Titel hat. Die Erwartungen sind hoch, aber Zverev scheint bereit, sie zu erfüllen.

„Ich werde alles geben, was ich habe. Wenn ich am Ende meinen Namen auf der Trophäe lese, wäre das der größte Moment meiner Karriere“, sagte Zverev in der Pressekonferenz vor dem Turnier. Die Worte klingen entschlossen, aber nicht überheblich. Er weiß, dass der Weg hart ist. Sinner ist der unangefochtene Favorit, aber wie Wilander es ausdrückte: „Im Tennis ist nichts sicher. Zverev hat die Klasse, und jetzt hat er auch die Chance.“

Die ersten Tage in Paris werden zeigen, ob Zverev die Lockerheit bewahren und gleichzeitig den absoluten Willen entwickeln kann, den es braucht, um einen Grand Slam zu gewinnen. Die Fans sind gespannt, die Experten vorsichtig optimistisch. Eines ist sicher: Die French Open 2025 werden ein Fest des Tennis, und Alexander Zverev steht im Mittelpunkt. Ob er die Bühne nutzt, um endlich den großen Coup zu landen, wird sich in den nächsten zwei Wochen weisen.


Source: MSN News


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