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Tech update: News zu SAP, Prior Labs, SpaceX, Clark und den German Startup Awards

May 22, 2026  Twila Rosenbaum  8 views
Tech update: News zu SAP, Prior Labs, SpaceX, Clark und den German Startup Awards

Die Tech-Welt ist in dieser Woche von mehreren großen Neuigkeiten erschüttert worden. Im Zentrum stehen die milliardenschwere Übernahme des KI-Start-ups Prior Labs durch SAP, die Veröffentlichung des SpaceX-IPO-Prospekts, die Abwertung des Frankfurter Fintechs Clark sowie die German Startup Awards, die gestern Abend in Berlin verliehen wurden. Wir fassen die wichtigsten Entwicklungen zusammen.

SAP kauft Prior Labs: Drei Gründer werden zu den 500 Reichsten Deutschlands

Vor nur 17 Monaten gründeten der Freiburger Informatikprofessor Frank Hutter (48) als CEO, Noah Hollmann (29) als CTO und Sauraj Gambhir (31) als Investor-Relations-Experte das Start-up Prior Labs. Die Firma entwickelte eine neuartige KI-Software, die Unternehmen dabei hilft, komplexe Optimierungsprobleme effizient zu lösen – etwa in der Logistik, im Supply-Chain-Management oder in der Produktionsplanung. Obwohl die Finanzierungsrunde mit nur wenigen Millionen Euro eher bescheiden ausfiel, gelang es den Gründern, prominente Geldgeber wie den Ventures-Fonds der Deutschen Bank und mehrere Business Angels an Bord zu holen.

Der Verkauf an SAP erfolgte nun zu einem Preis, der die drei Gründer unverzüglich auf die Liste der 500 reichsten Deutschen katapultiert. Wie viel genau geflossen ist, wurde nicht offiziell bekannt gegeben, doch Insidern zufolge liegt die Summe im hohen dreistelligen Millionenbereich. Für SAP-Chef Christian Klein (46) ist die Akquisition ein strategischer Coup: Das Unternehmen will seine Cloud-Plattform mit den KI-Fähigkeiten von Prior Labs aufwerten, um im Wettbewerb mit US-Giganten wie Microsoft und Google bestehen zu können. Klein betonte in einer internen Mitteilung, dass die Übernahme „ein entscheidender Schritt zur Demokratisierung von KI im Mittelstand“ sei. Die Integration von Prior Labs in die SAP-Entwicklungsabteilung soll in den kommenden Monaten erfolgen, wobei die Mitarbeiter – insgesamt rund 40 Personen – alle übernommen werden.

SpaceX-IPO: Der Prospekt ist da – erste Analyse

Elon Musk (54) treibt den Börsengang seines Raumfahrt- und KI-Konglomerats SpaceX voran. Unter dem Kürzel SPCX wurde der rund 380 Seiten umfassende Prospekt veröffentlicht. Der Investor und „Doppelgänger“-Star Philipp „Pip“ Klöckner (46) hat ihn exklusiv für manager magazin analysiert. Sein Fazit: Die Bewertung von SpaceX ist „astronomisch“, aber die fundamentale Substanz des Unternehmens ist solide.

Die wichtigsten Zahlen: Musk hält 12 Prozent der A-Aktien und 94 Prozent der B-Aktien, was ihm 85 Prozent der Stimmrechte sichert. Damit ist er de facto unkündbar – trotz seiner Rollen als CEO, CTO und Chairman. Gwynne Shotwell (62), langjährige Präsidentin und eigentliche operative Chefin, verdiente 2025 insgesamt 86 Millionen Dollar. Durch den IPO dürfte der Wert ihrer Aktienoptionen auf mindestens 1,7 Milliarden Dollar steigen.

Ein besonders überraschender Punkt: Der KI-Entwickler Anthropic zahlt SpaceX bis 2029 jeden Monat 1,25 Milliarden Dollar, um die Megarechenzentren des Raumfahrtunternehmens zu nutzen. SpaceX hingegen hat sich rund 1500 Cybertrucks von Teslas schwer verkäuflichem Modell zum Listenpreis von 131 Millionen Dollar gegönnt – ohne Rabatt, wie aus dem Prospekt hervorgeht. Die Einnahmen aus dem Starlink-Dienst sind weiterhin der Haupttreiber des Wachstums, während die Mars-Mission von Musk eher als langfristiger Prestigefaktor zu sehen ist.

Clark kein Unicorn mehr: Frankfurter Fintech abgewertet

Der Frankfurter Versicherungsvergleicher Clark, einst das erste Milliarden-Start-up der Mainmetropole, hat seinen Unicorn-Status verloren. CEO Benedikt Kalteier (41) musste eine stille Abwertung durch die Investoren hinnehmen. Das berichten meine Kollegen Dietmar Palan, Jonas Rest und Hannah Schwär, die interne Unterlagen ausgewertet haben. Demnach wurde die Bewertung von Clark nach unten korrigiert, nachdem das Unternehmen die eigenen Umsatzziele mehrfach verfehlt hatte und der Markt für Insurtechs insgesamt unter Druck geraten ist.

Clark hatte es sich zum Ziel gesetzt, mit KI-basierten Vergleichen und digitalen Policen Verwaltung den traditionellen Versicherungsmaklern Marktanteile abzunehmen. Doch die Wachstumsraten blieben hinter den Erwartungen zurück, während gleichzeitig die Kosten für Kundenakquise stiegen. Die Abwertung bedeutet nicht nur einen herben Prestigeverlust, sondern erschwert auch die Kapitalbeschaffung für künftige Expansionsschritte. Kalteier zeigte sich in internen Mails dennoch zuversichtlich: „Wir haben die richtige Strategie, jetzt müssen wir nur noch liefern.“ Analysten sehen das skeptisch: Der Markt sei bereits von etablierten Playern wie Check24 gesättigt, und Clark fehle die kritische Masse, um langfristig profitabel zu wachsen.

German Startup Awards: Die Gewinner des Jahres

Gestern Abend wurden im Palais am Berliner Funkturm die German Startup Awards verliehen. In Anwesenheit von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) wurden die besten Gründer und Start-ups des Jahres geehrt. Merz versprach in seiner Rede eine „Start-up-Strategie 2.0“ und betonte die Bedeutung der Gründerszene für den Wirtschaftsstandort Deutschland. „Wir sollten Ihnen den roten Teppich ausrollen – und das tun wir“, sagte der Kanzler unter dem Applaus der rund 500 Gäste.

Gründerin des Jahres wurde Julie Lepique (Gründerin von Femtasy), einem Start-up, das sich auf audio-basierte Inhalte für sexuelle Aufklärung spezialisiert hat. Gründer des Jahres wurde Jarek Kutylowski von DeepL, dem Kölner KI-Übersetzungsdienst, der mittlerweile zu den weltweit führenden Anbietern zählt. Weitere Preisträger sind unter anderem das Healthtech Eterno Health und das Berliner Klima-Start-up Greenlytics. Eine vollständige Liste aller Gewinner finden Sie auf der Website des Start-up-Verbandes.

Übernahmen und Personalien

Cohere übernimmt Reliant AI – und schwächt die deutsche KI-Szene

Der kanadische KI-Riese Cohere hat erneut ein deutsches Start-up geschluckt. Nach der Übernahme der einstigen KI-Hoffnung Aleph Alpha Anfang des Jahres folgt nun Reliant AI. Dieses Mal wurde der Deal jedoch nicht in der Bundespressekonferenz in Berlin verkündet, sondern still und leise abgewickelt. Reliant AI hatte sich auf KI-gestützte Analyse von Finanzdaten spezialisiert und beschäftigte rund 30 Mitarbeiter in München. Die Übernahme ist ein weiterer Beleg dafür, dass die deutsche KI-Landschaft zunehmend von ausländischen Konzernen aufgekauft wird, anstatt eigenständige Weltmarktführer hervorzubringen. Cohere operiert vor allem aus Toronto und San Francisco und hat mit der Serie-D-Finanzierung im vergangenen Jahr mehr als 500 Millionen Dollar eingesammelt.

Mistral kauft Emmi AI: Französische KI-Macht wächst

Parallel dazu hat das französische KI-Start-up Mistral die österreichische KI-Hoffnung Emmi AI übernommen. Emmi AI hatte bislang mit Sprachmodellen für den deutschsprachigen Markt geglänzt, scheiterte aber an der Skalierung. Mistral, das von ehemaligen Google- und Meta-Mitarbeitern gegründet wurde, gilt als der größte europäische Herausforderer von OpenAI. Mit der Übernahme stärkt das Unternehmen seine Position im DACH-Raum und sichert sich wertvolles Know-how im Bereich der deutschen Sprachverarbeitung.

Meta-Entlassungen: 8000 Mitarbeiter betroffen

Mark Zuckerberg setzt seinen Sparkurs fort. Diese Woche rollte die Entlassungswelle bei Meta an: 8000 Mitarbeiter, vor allem in den Bereichen Rekrutierung und mittleres Management, erhielten branchenüblich morgens per Mail ihre Kündigung. Der Schritt ist Teil des bereits angekündigten Umbaus, um die Effizienz zu steigern und in den KI-Wettbewerb zu investieren. Die betroffenen Mitarbeiter erhalten großzügige Abfindungspakete, darunter 16 Wochen Grundgehalt plus zwei Wochen für jedes Dienstjahr.

Nvidia übertrifft Erwartungen erneut

Der Chip-Hersteller Nvidia hat auch im vierten Quartal die Analystenerwartungen übertroffen. Der Umsatz stieg um 78 Prozent auf über 39 Milliarden Dollar. Als Bonbon für die Aktionäre kündigte das Unternehmen Aktienrückkäufe im Wert von 80 Milliarden Dollar an. Nvidia profitiert weiterhin von der enormen Nachfrage nach Grafikprozessoren für KI-Rechenzentren. Die Aktie legte nachbörslich um rund 5 Prozent zu.

OpenAI: Nächster Billionen-IPO in Sicht

OpenAI bereitet offenbar den nächsten großen Börsengang vor. Nach der spektakulären Finanzierungsrunde im vergangenen Jahr, die das Unternehmen auf rund 150 Milliarden Dollar bewertete, soll der IPO bereits in diesem Jahr stattfinden. Insidern zufolge peilt OpenAI eine Bewertung von über einer Billion Dollar an. Der Zeitpunkt ist brisant: Der Konzern steht vor der Herausforderung, profitabel zu werden, während die Konkurrenz durch Anthropic, Google und Meta immer größer wird.

Andrej Karpathy wechselt zu Anthropic

Der ehemalige OpenAI-Mitgründer und Tesla-KI-Chef Andrej Karpathy schließt sich dem KI-Unternehmen Anthropic an. Karpathy, der als eines der größten KI-Talente der Welt gilt, hatte zuletzt bei OpenAI gearbeitet, war aber nach internen Querelen ausgeschieden. Elon Musk hatte ihn öffentlich auf X umworben und als „long lost brother“ bezeichnet, doch Karpathy entschied sich für Anthropic – dem größten Konkurrenten von OpenAI und xAI. In der Football-Welt würde man von einem Königstransfer sprechen. Für Anthropic ist der Deal ein großer Sieg im Wettbewerb um die besten Köpfe der KI-Branche.

Weitere Personalien und Runden

Larissa Schneider (36), deutsche Mitgründerin und COO des KI-Start-ups Unframe im Silicon Valley, erhält 50 Millionen Dollar frisches Kapital. Unframe entwickelt KI-Assistenten für den Kundenservice und expandiert aggressiv in den US-Markt.

Chris Heyer (39), früher beim Immobilienfinanzierer Hypoport, gewinnt für seinen Deep-Tech-Fonds Marvelous einen neuen Ankerinvestor: Die Joachim Herz Stiftung investiert 20 Millionen Euro, die in andere Fonds und direkt in Start-ups fließen sollen.

Das Berliner Healthtech Eterno Health erhält angeblich einen dreistelligen Millionenbetrag vom norwegischen Investor Verdane. Mit dem Geld und viel KI wollen die Newcomer die Praxissoftwarekönige von Compugroup angreifen.

Greg Brockman (38), COO und President von OpenAI, ist formal eigentlich ein Gewinner des spektakulären Gerichtsprozesses um das KI-Labor – die Klage wurde abgewiesen. Doch sein Ruf hat arg gelitten, weswegen Brockman eher der heimliche Verlierer des Streits ist. Die Klage drehte sich um angebliche Unterschlagung von geistigem Eigentum durch Ex-Mitarbeiter.

Insgesamt zeigt sich diese Woche: Die Tech- und KI-Branche bleibt in Bewegung. Während Milliarden fließen und Übernahmen die Landschaft verändern, stehen deutsche Start-ups vor der Herausforderung, entweder zu wachsen oder aufgekauft zu werden. Derweil setzen die US-Giganten ihren Expansionskurs fort – mit Rekordbewertungen und aggressiven Personalentscheidungen.


Source: MSN News


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