Als der britische Prinz Harry (41) und die US-Schauspielerin Meghan Markle (44) am 19. Mai 2018 auf Schloss Windsor Hochzeit feierten, war wohl nicht alles so märchenhaft wie es schien. Millionen von Menschen weltweit verfolgten vor acht Jahren die royale Trauung im Fernsehen – und sahen eine glückliche Braut und einen strahlenden Bräutigam. Was sie nicht zu sehen bekamen, war das Drama, das angeblich hinter den Kulissen herrschte. Schon im Vorfeld der Hochzeit sollen die Spannungen mit den anderen Mitgliedern der königlichen Familie deutlich geworden sein. Nur zwei Jahre nach dem Jawort kam es zum öffentlichen Bruch: Harry und Meghan verließen Großbritannien und siedelten in die USA über.
Die angespannte Stimmung vor der Hochzeit
Palastinsider berichteten, dass die Stimmung im Vorfeld der Hochzeit ziemlich angespannt und stressig gewesen sei. Die Autorin Tina Brown (72) bezeichnete die Situation in ihrem Buch "The Palace Papers" als "ein einziges Chaos" und zitierte eine Quelle mit den Worten, es sei "die ganze Zeit über nichts als Drama" gewesen. Mitarbeiter hätten die ständigen Forderungen von Harry und Meghan "satt" gehabt. Diese Darstellung deckt sich mit vielen Berichten, die in den folgenden Jahren ans Licht kamen. Der Königshaus-Experte Tom Bower (79) behauptet in seiner Biografie "Revenge", Meghan sei "zu anspruchsvoll" gewesen. Vor allem der Umgang mit der königlichen Etikette und den Traditionen des Palastes habe zu Konflikten geführt.
Der Tiara-Streit mit der Queen
Ein besonders prominenter Konflikt drehte sich um die Hochzeitstiara. Meghan hatte sich angeblich einen Kopfschmuck mit Smaragden gewünscht, und Harry unterstützte seine Frau in diesem Wunsch. Doch Angela Kelly (68), die persönliche Modeberaterin der verstorbenen Queen Elizabeth II. (1926–2022), riet wegen der russischen Herkunft der Schmucksteine ab. Die Queen musste schließlich persönlich eingreifen. Laut "The Times" soll sie Harry deutlich in seine Schranken gewiesen haben: "Meghan kann nicht alles haben, was sie will. Sie bekommt die Tiara, die ich ihr gebe." Meghan entschied sich am Ende für das "Queen Mary's Diamond Bandeau", ein elegantes Diadem aus Diamanten. Dieser Vorfall zeigt, wie tief die Spannungen bereits vor der Hochzeit waren – es ging nicht nur um ein Schmuckstück, sondern um die Frage, wer in der königlichen Hierarchie das Sagen hat.
Der Kleider-Streit mit Prinzessin Kate
Ein weiteres Drama soll sich um die Kleider der Blumenmädchen abgespielt haben. Laut Bower war Harrys Schwägerin, Prinzessin Kate (44), der Meinung, dass die Mädchen der royalen Tradition folgen und Strumpfhosen tragen sollten. Meghan bestand jedoch offenbar darauf, es anders zu handhaben. Außerdem soll es eine Diskussion um die Länge von Prinzessin Charlottes (11) Rock gegeben haben: Kate sei dieser für ihre damals dreijährige Tochter zu kurz gewesen. Meghans Assistentin Melissa Toubati und die Designerin Clare Waight Keller gaben an, "miterlebt zu haben, wie Meghan Kates Einwand entschieden zurückwies", so Bower. Kate sei daraufhin in Tränen ausgebrochen. Meghan wurde in der Presse als "Diva und Bridezilla" bezeichnet.
Die Herzogin von Sussex legte 2021 in ihrem TV-Interview mit Oprah Winfrey (72) ihre Sicht der Dinge dar. Sie behauptete, sie habe bei dem Vorfall geweint, nicht Kate. "Ein paar Tage vor der Hochzeit war sie wegen etwas aufgebracht – ja, das Thema stimmte –, das mit den Kleidern der Blumenmädchen zu tun hatte, und das brachte mich zum Weinen und verletzte meine Gefühle wirklich", erzählte Meghan Oprah. "Was schwer zu verkraften war, war, für etwas verantwortlich gemacht zu werden, das ich nicht nur nicht getan hatte, sondern das mir widerfahren war." Dieser Disput symbolisiert die tiefen Missverständnisse zwischen den Schwägerinnen, die nie vollständig ausgeräumt wurden.
Waren Harry und Meghan schon vorher verheiratet?
In dem Interview mit Oprah Winfrey behauptete Meghan außerdem, dass sie Harry drei Tage vor ihrer großen Hochzeit in Windsor bereits heimlich geheiratet hatte. "Niemand weiß das, aber wir haben den Erzbischof angerufen und einfach gesagt: 'Hören Sie, diese Sache, dieses Spektakel ist für die Welt, aber wir wollen, dass unsere Verbindung nur zwischen uns besteht.'" Meghan erzählte dann, dass sie die private Zeremonie im Garten von Nottingham Cottage auf dem Gelände des Kensington-Palastes abgehalten hätten. Offizielle Dokumente und auch der damalige Erzbischof Justin Welby (70) selbst widersprachen dieser Behauptung allerdings. Laut "BBC" soll es sich bei der Zeremonie vor der Hochzeit lediglich um "im privaten Rahmen ausgetauschte persönliche Gelübde" gehandelt haben. Diese Episode zeigt, wie sehr das Paar versuchte, seine Beziehung von der öffentlichen Inszenierung zu trennen – ein Motiv, das später auch ihren Rückzug aus dem Königshaus prägte.
Meghans Vater sorgt für einen Skandal
Für den größten Skandal sorgte vor der Hochzeit von Harry und Meghan aber der Vater der Braut. Die königliche Familie hatte angekündigt, dass Meghans Vater, Thomas Markle (81), seine Tochter zum Altar führen wird. Zwei Tage vor der Hochzeit veröffentlichte Meghan jedoch eine Erklärung, in der sie mitteilte: "Leider wird mein Vater nicht an unserer Hochzeit teilnehmen. Ich habe mich immer um meinen Vater gekümmert und hoffe, dass ihm der Freiraum gegeben wird, den er braucht, um sich auf seine Gesundheit zu konzentrieren." Die Zeitung "Mail on Sunday" hatte zuvor enthüllt gehabt, dass Markle, der damals in Mexiko lebte, dabei geholfen hatte, Paparazzi-Fotos von sich selbst bei den Vorbereitungen für die Hochzeit zu inszenieren.
Thomas Markle erklärte dann kurz vor der Hochzeit der US-Promi-Seite "TMZ", er habe einen Herzinfarkt erlitten. Meghan erfuhr angeblich erst durch diesen Bericht von der Einweisung ihres Vaters ins Krankenhaus. Prinz Harrys Vater, König Charles (77), führte Meghan schließlich zum Altar. Zu ihrem Vater soll sie den Kontakt abgebrochen haben. Diese Episode belastete die Beziehung zwischen Meghan und der königlichen Familie zusätzlich, da die ständigen Enthüllungen aus der Familie der Braut als peinlich empfunden wurden.
Die Vorgeschichte: Meghan und die königliche Familie
Um die Dramen rund um die Hochzeit vollständig zu verstehen, muss man einen Blick auf die Vorgeschichte werfen. Meghan Markle war bereits vor der Verlobung eine erfolgreiche Schauspielerin, bekannt durch die Serie "Suits". Ihr Eintritt in die königliche Familie war von Anfang an von kulturellen und medialen Spannungen begleitet. Als Frau mit afroamerikanischen Wurzeln und geschieden stand sie unter besonderer Beobachtung. Harry selbst hatte in Interviews später betont, dass er sich von der Presse und dem Palast im Stich gelassen fühlte. Schon bei der Verlobungsbekanntgabe im November 2017 gab es Berichte über Reibereien: Meghan soll sich gegen die traditionelle Verlobungsfotosession gewehrt haben, bei der das Paar vor laufenden Kameras posieren musste.
Der Palast war bemüht, Meghan in die königlichen Abläufe zu integrieren, aber es gab immer wieder Missverständnisse. Meghans Hang zu selbstbestimmten Entscheidungen – etwa als sie in der Öffentlichkeit die Tür ihres Autos selbst öffnete oder unkonventionelle Kleidung trug – stieß im konservativen Umfeld des Hofes oft auf Unverständnis. Parallel dazu wuchs die Kritik an der Doppelmoral der britischen Presse, die Meghan und Kate völlig unterschiedlich behandelten. Während Kates Fehltritte meist mit Nachsicht bedacht wurden, wurde Meghan schnell als anspruchsvoll und schwierig abgestempelt.
Die Hochzeit selbst: Ein Spektakel für die Welt
Die Hochzeit am 19. Mai 2018 in der St. George’s Chapel auf Schloss Windsor war ein Medienereignis erster Güte. Rund 19 Millionen Briten verfolgten die Übertragung live, weltweit waren es schätzungsweise zwei Milliarden Menschen. Der Gottesdienst wurde von Erzbischof Justin Welby geleitet, und das Paar tauschte persönlich geschriebene Gelübde aus. Die Predigt hielt der US-amerikanische Bischof Michael Curry, der mit leidenschaftlichen Worten über die Macht der Liebe sprach. Meghan trug ein schlichtes, elegantes Kleid von Givenchy, entworfen von Clare Waight Keller. Die Hochzeit war betont modern und inklusiv: Ein Gospelchor sang, und die afroamerikanische Bürgerrechtlerin Martin Luther Kings Zitate wurden zitiert. Doch hinter der glanzvollen Fassade brodelte es weiter.
Die Folgen: Der Bruch mit der Monarchie
Nur zwei Jahre nach der Hochzeit, im Januar 2020, verkündeten Harry und Meghan überraschend ihren Rückzug als hochrangige Mitglieder der königlichen Familie. Sie zogen nach Kanada, später nach Kalifornien. Die Beziehung zu den Windsors war zerrüttet. In ihrem Oprah-Interview im März 2021 sprachen die beiden offen über die Schwierigkeiten, die sie erlebt hatten: rassistische Untertöne in der Presse, mangelnde Unterstützung durch den Palast und die Isolation, die Meghan in eine tiefe Krise gestürzt hatte. Der Streit um die Tiara und die Blumenmädchen-Kleider erschien da nur als Vorgeschmack auf die tiefer liegenden Konflikte.
Analysen und Einschätzungen von Experten
Königshaus-Experten wie Tom Bower und Tina Brown haben in ihren Büchern detailliert die Machtkämpfe innerhalb des Palastes beschrieben. Bower sieht in Meghan eine ehrgeizige Frau, die die starren Regeln des Königshauses nicht akzeptieren wollte. Brown hingegen kritisiert das System des Palastes, das nicht in der Lage war, mit modernen Herausforderungen umzugehen. Die Hochzeit war aus ihrer Sicht der Höhepunkt einer jahrelangen Eskalation. Andere Beobachter wie der Historiker Robert Hardman betonen, dass Harry und Meghan selbst durch ihr Verhalten – wie die geheime Vermählung drei Tage vorher – das Vertrauen des Palastes verspielt hätten. Fakt ist: Die Hochzeit, die als Märchen begann, entwickelte sich zu einer der größten Zerreißproben für das britische Königshaus seit der Abdankungskrise 1936.
Die Frage, ob die Skandale um die Hochzeit von Meghan und Harry übertrieben dargestellt wurden, bleibt umstritten. Während einige Medien die Berichte über Bridezilla-Verhalten kolportierten, betonen Unterstützer des Paares, dass Meghan von Anfang an mit unfairen Maßstäben gemessen wurde. Die Wahrheit liegt vermutlich in der Mitte: Ein Zusammenprall zweier Welten – der traditionellen, formellen Monarchie und einer selbstbewussten, modernen Frau – war fast unvermeidlich. Die Hochzeit war der Moment, in dem dieser Konflikt erstmals öffentlich sichtbar wurde, auch wenn die Kameras der Welt nur das Lächeln einfingen.
Die Rolle der Medien
Ein Aspekt, der bei der Betrachtung der Hochzeitsdramen nicht vernachlässigt werden darf, ist die Rolle der britischen Boulevardpresse, insbesondere der "Mail on Sunday" und der "Sun". Sie waren es, die die Skandale um Meghans Vater aufdeckten, und sie waren es, die die Geschichten über die Auseinandersetzungen zwischen Meghan und Kate verbreiteten. Harry hat mehrfach betont, dass die Medienhetze gegen seine Frau ein wesentlicher Grund für den Auszug aus Großbritannien war. Der Rechtsstreit gegen die "Mail on Sunday" wegen der Veröffentlichung eines privaten Briefes von Meghan an ihren Vater endete 2022 mit einem Teilerfolg für Meghan. Der Fall verdeutlichte, wie tief das Misstrauen zwischen den Sussexes und der Presse war.
Die Hochzeit von Harry und Meghan bleibt ein faszinierendes Ereignis, das viele Jahre später immer noch nicht alle Geheimnisse preisgegeben hat. Die Enthüllungen in Büchern und Interviews haben das Bild einer perfekten royalen Hochzeit nachhaltig zerstört. An ihre Stelle trat die Einsicht, dass hinter den Kulissen des britischen Königshauses oft das gleiche Chaos und die gleichen menschlichen Schwächen herrschen wie in jeder anderen Familie. Nur dass hier die ganze Welt zusieht.
Source: GMX News News