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May 15, 2026  Twila Rosenbaum  7 views
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Kamala Harris, die ehemalige Vizepräsidentin der USA, liegt in den Umfragen der Demokraten für die Präsidentschaftswahl 2028 vorn. Doch trotz dieser vorderen Positionierung gibt es drei entscheidende Punkte, die gegen eine Rückkehr in den Wahlkampf sprechen. Die Probleme, die sie bereits 2024 scheitern ließen, sind nicht gelöst, und neue Herausforderungen kommen hinzu.

Harris, geboren am 20. Oktober 1964 in Oakland, Kalifornien, machte als erste afroamerikanische und erste asiatisch-amerikanische Vizepräsidentin Geschichte. Ihre Karriere begann als Staatsanwältin in Alameda County, später wurde sie zur Generalstaatsanwältin Kaliforniens gewählt. 2016 zog sie in den US-Senat ein, wo sie sich durch scharfe Verhöre in Anhörungen einen Namen machte. 2020 kandidierte sie selbst für die Präsidentschaft, stieg jedoch früh aus und wurde dann von Joe Biden als Running Mate ausgewählt. Nach dem Sieg der Demokraten diente sie vier Jahre als Vizepräsidentin.

Der erste Punkt, der gegen eine erneute Kandidatur spricht, ist die parteiinterne Skepsis. Obwohl Harris in den Umfragen vorne liegt, fehlt ihr die breite Unterstützung innerhalb der Demokratischen Partei. Viele einflussreiche Stimmen halten ihre Kandidatur 2024 für strategisch fehlerhaft und befürchten, dass sie 2028 erneut Schwächen offenbaren könnte. Die Partei sehnt sich nach einem Kandidaten, der die Basis vereinen kann – und das gilt innerhalb der Partei als ungewiss bei Harris.

Der zweite Punkt ist das schwierige Erbe der Biden-Administration. Harris war als Vizepräsidentin eng mit den politischen Entscheidungen der letzten vier Jahre verbunden. Während sie in einigen Bereichen wie der Außenpolitik und der Wahlrechtsreform sichtbar war, bleibt ihr Image in der Öffentlichkeit diffus. Viele Wähler verbinden sie mit unpopulären Maßnahmen, wie der Migrationspolitik, für die Biden sie mit der Bekämpfung der Ursachen illegaler Migration beauftragt hatte. Die Probleme an der Südgrenze bleiben ungelöst und könnten Harris bei einer erneuten Kandidatur belasten.

Der dritte Punkt sind die neuen Gesichter, die in den Demokraten aufsteigen. Junge Senatoren wie Pete Buttigieg oder Gouverneure wie Gavin Newsom haben in den letzten Jahren an Profil gewonnen und könnten Harris die Show stehlen. Auch die Basis zeigt sich mit Blick auf frischere Kandidaten offener, die nicht mit dem Establishment assoziiert werden. Harris muss sich zudem mit dem Vorwurf auseinandersetzen, sie sei zu sehr auf eine politische Karriere fokussiert, anstatt echte Veränderungen voranzutreiben.

Hinzu kommt die Frage nach ihrer persönlichen Motivation. Nach der Niederlage 2024 – Harris verlor die Vorwahl relativ früh und zog sich zurück, um Biden zu unterstützen – könnte sie müde sein, erneut einen anstrengenden Wahlkampf zu führen. Berichten zufolge hat sie sich in den letzten Monaten zurückgezogen und private Projekte priorisiert. Eine Rückkehr in den politischen Ring wäre daher überraschend.

Historisch gesehen ist es für ehemalige Vizepräsidenten nicht einfach, selbst Präsident zu werden. Nur wenige wie George H.W. Bush schafften dies direkt. Harris müsste sich gegen das Stigma wehren, dass sie bereits einmal gescheitert ist. Zudem ist die politische Landschaft 2028 völlig anders als noch 2024; der Fokus könnte auf neuen Themen wie KI-Regulierung oder Klimawandel liegen, wo Harris nicht unbedingt als Expertin gilt.

Insgesamt zeigt sich: Trotz ihrer Führung in den Umfragen ist eine Kandidatur von Kamala Harris 2028 keineswegs sicher. Die internen Widerstände, die ungelösten Probleme aus ihrer Zeit als Vizepräsidentin und das Aufkommen jüngerer Politiker sind drei gewichtige Barrieren. Ob sie diese überwinden kann, wird sich in den nächsten zwei Jahren zeigen. Die Demokraten sind auf der Suche nach einer neuen Strategie – und Harris ist nur eine von vielen Optionen.


Source: stern.de News


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